Erfüllung statt mehr Geld

Erstellt von Isabel Hohmann |

Trends: Für Jugendliche ist Erfüllung im Beruf wichtig – Ausbildung bleibt überwiegend regional

„Für die Jugendlichen ist es wichtig, später im Beruf viel Geld zu verdienen." Viele Erwachsene würden dieser Aussage vermutlich kommentarlos zustimmen. Aber sie liegen falsch. Denn eine Studie zum Thema „Azubi-Recruiting Trends“ hat ermittelt, was Jugendlichen bei der Berufswahl wichtig ist: Erfüllung und Spaß bei der Arbeit stehen an erster Stelle.

Wichtig ist auch, die eigenen Wertvorstellungen verwirklichen zu können. Statt nach einem hohen Gehalt zu streben, suchen Jugendliche zuerst nach Sinnhaftigkeit im Beruf. Das zeigt sich auch daran, dass 90 Prozent der Befragten auch nach einem Lottogewinn ihre Ausbildung fortsetzen oder eine neue anfangen wurden.

Der Bewerber als Kunde

 

Wie eine Lotterie ist inzwischen für viele Betriebe auch die Suche nach neuen Fachkräften. Dabei spielen Auszubildende eine wichtige Rolle. Denn fast zwei Drittel der befragten Unternehmen glauben, ihren Fachkräftebedarf nicht decken zu können, wenn Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Sie müssen also auf die Motive der Jugendlichen eingehen und ihre Ausbildung daran ausrichten.

Für junge Bewerber sind deshalb in vielen Berufen goldene Zeiten angebrochen: Aufgrund der geringen Zahl der Bewerber gehen Betriebe immer stärker auf die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen ein. So fand die Studie heraus, dass viele Ausbildungsverantwortliche die Bewerber heute als Kunden sehen.

Früher galten Bewerber oft als Bittsteller. Deshalb tun die Unternehmen einiges, um ihre Jobangebote attraktiver zu gestalten. Dazu zählen zum Beispiel Zusatzqualifikationen, Aufstiegschancen und Auslandsaufenthalte. Laut der Studie liegen diese Maßnahmen auch für Jugendliche im Trend.

 

Ausbildung meistens regional

Ausbildung ist oft noch eine regionale Angelegenheit. 72 Prozent wollen bei einer Ausbildung in ihrer Heimat wohnen bleiben, sind aber teilweise bereit, längere Fahrstrecken auf sich zu nehmen. Das deckt sich mit dem Ausbildungsangebot der Unternehmen: 72 Prozent der Betriebe suchen in der Heimatregion nach Bewerbern.

Der lokale Bezug der Unternehmen hat auch einen guten Grund. Auszubildende, die in der Region verwurzelt sind, sind oftmals mit den Unternehmen stärker verbunden. Aber auch für die Bewerber bietet der lokale Bezug Vorteile. Die Nähe zu den Eltern kann Jugendlichen das Leben oft einfacher machen. (iho)