Im Becher oder im Hörnchen? Ausgefallene Berufe im Profil

Erstellt von Isabel Hohmann |

Viele Ausbildungsberufe geraten in Vergessenheit. Dabei ist doch die Vorstellung sehr schön seinen Tag damit zu verbringen Eis zu machen, oder? Wir haben drei verschollene Berufe herausgegraben und kurz unter die Lupe genommen.

Wenn man sich mit seinem Schulabschluss in der Tasche nach einem Ausbildungsplatz umschaut ist das Angebot riesig. Auf unterschiedlichsten Websites findet man immer neue Berufe und Berufsfelder. Man schaut sich vielleicht an, was Freunde, Bekannte oder die Eltern machen. Dann landet man schnell bei klassischen Ausbildungsberufen wie Kaufmann im Einzelhandel, Medizinischer Fachangestellter, Bankkaufmann oder Elektroniker. Diese Ausbildungen werden durch viele Betriebe angeboten, mit dem Ausbildungsgehalt lässt sich etwas anfangen und um die Zukunftschancen steht es sehr gut. Gegen eine Wahl einer dieser Ausbildungen gibt es nicht das geringste auszusetzen.

Über den Tellerrand hinaus

Der durchschnittliche Bewerber für eine Ausbildung schreibt 18 Bewerbungen und bekommt 17 Absagen, bis es mit einer Ausbildungsstelle klappt. Das kann natürlich viele Gründe haben. Es kann aber nicht schaden, sich vielleicht mal nach selteneren Ausbildungen umzuschauen und mit Glück einen Beruf zu entdecken, von dem man vorher vielleicht nicht dachte, dass man ihn will. Wenn man über den eigenen Tellerrand hinausschaut, sieht man welche seltenen und in Vergessenheit geratenen Berufe es noch gibt. Wir haben für Euch drei Berufe herausgepickt und stellen diese näher vor:

Glasaugenmacher

Lehre: 3 Jahre
1. Ausbildungsjahr: € 500 bis € 690

Die Ausbildung zum Glasaugenmacher ist eine Spezialisierung in der Glasbläserei, deshalb heißt der Beruf offiziell Glasbläser der Fachrichtung Kunstaugen. Wenn man jetzt direkt an das Erstellen von Glasaugen für Menschen, die ein Auge verloren haben, denkt, ist das nicht falsch, aber längst nicht das Einzige, was ein Glasaugenmacher erschafft. Es geht auch um Augen für den von uns früher so geliebten Teddybären oder die Puppen, die als Sammlerstücke im Wohnzimmer zu finden sind. In der Ausbildung sind großes Geschick und Kreativität gefragt, um ein Auge aus Glas so zu gestalten, dass es täuschend echt aussieht.

Spielzeughersteller

Lehre: 3 Jahre
1. Ausbildungsjahr: € 420 bis € 830

Spielzeughersteller ist ein Beruf, in dem viel Feinmotorik und Genauigkeit gefragt ist. Man lernt in der Ausbildung, Spielzeuge vom Rohmaterial bis zum Verkauf fertigzustellen. Es geht darum, mit Materialien zu arbeiten, Kleinteile herzustellen, diese zu montieren und sich zum Schluss die optische Gestaltung zu überlegen. Man kann dabei an die eigene Puppe oder die Actionfigur von früher denken. Wenn man auch die Herstellung von elektrischen Spielzeugen, wie beispielsweise ein ferngesteuertes Auto, erlernen möchte, muss auch technisches Geschick vorhanden sein. Schließlich muss die Elektronik im Spielzeug sicher verbaut werden.

Eismacher

Lehre: 3 Jahre
1. Ausbildungsjahr: € 470

Fachkraft für Speiseeis nennt sich diese Ausbildung. Die Jugendlichen erlernen die Herstellung von Eis und wie sich verschiedene Eisvariationen hübsch gestalten lassen. Welche Geschmackskombinationen kann man noch ausprobieren? Vielleicht entwickelt ihr die neue Trendsorte? Neben kreativem Geschick und gestalterischem Können nimmt auch die kaufmännische Weiterbildung einen großen Teil ein. Immerhin könnt ihr klassischerweise in einer Eisdiele arbeiten oder bei einem Caterer und Unternehmen.