„Noten allein immer weniger geeignet“

Erstellt von Thomas Masuch |

Neue Wege in der Ausbildung geht das Unternehmen Rema in Rockenhausen mit seiner Ausbildungsinitiative „Spa(n)nende Perspektiven“. Bei der Einstellung spielen zum Beispiel Schulnoten so gut wie keine Rolle. Über die Gründe dafür und worauf es stattdessen ankommt, spricht Geschäftsführer Reiner Rudolphi im Interview.

 

Herr Rudolphi, Noten spielen bei der Einstellung von Auszubildenden bei Ihnen nur eine geringe Rolle. Warum das?

Von den Jugendlichen, die von der Schule kommen und sich für eine Ausbildung interessieren, ist im Schnitt die Hälfte nicht geeignet. Und der Anteil wird nach unserer Erfahrung leider höher.

Wir als Unternehmen müssen die passenden Bewerber aussortieren. Noten allein sind dafür immer weniger geeignet. Das zeigen mir auch andere Unternehmen, die allein nach dem Zeugnis auswählen und immer mehr Abbrecher in der Ausbildung haben.

Wie sieht das bei Ihnen in der Praxis aus?

Der Weg zur Ausbildung führt bei uns über den Praxistag und ein Schnupperpraktikum. Bis dahin sieht sich keiner unserer Mitarbeiter die Noten an. Am Ende fließen die zu maximal zehn Prozent in die Bewertung ein.

Worauf legen Sie stattdessen Wert?

Bei unserem Praxistag bewerten wir zum Beispiel das Teamverhalten, praktisches Geschick, Ordentlichkeit und fragen auch das Wissen in einigen Basisbereichen ab. Insgesamt suchen wir die richtigen Bewerber, um daraus die besten Mitarbeiter zu machen….

…und die richtigen Bewerber zeichnen sich wie aus?

Entscheidend ist, ob sich der Kandidat tatsächlich für uns interessiert, dass er sich am Praxistag anbietet, mit Spaß bei der Sache ist und sich Mühe gibt. Unser Ziel ist es, die jungen Menschen ausfindig zu machen, die eine Ausbildung bei uns wirklich wollen.

Wie erfolgreich ist Rema mit dieser Methode?

Unsere Auszubildenden gehören zu den Klassenbesten in der Berufsschule, und haben sich in der Regel oft zu sehr guten Mitarbeitern entwickelt. Unsere Bewerberauswahl hilft nicht nur uns, sondern auch den Bewerbern. Die erkennen bei uns auch, ob der Beruf wirklich zu Ihnen passt.

Und wenn die Ausbildung passt, wie wird man zum besten Mitarbeiter?

Die Frage ist, für welche Stelle der beste? Bei uns gibt es zum Beispiel Programmierer, Entwickler, Bediener, Führungskräfte. Jede Stelle hat besondere Anforderungen. Ob man ein sehr guter Mitarbeiter ist, hängt aber nicht nur davon ab, ob man seine Tätigkeiten sehr gut ausführt. Wichtig ist auch, welche persönlichen Ziele ich als Mitarbeiter habe, wie ich mich im Unternehmen noch entwickeln kann und will.

Reiner Rudolphi
rema fertigungs gmbh

www.rema-fertigung.de
www.spannende-perspektiven.de